Wir waren eine Reisegruppe von 5 Lehrenden in verschiedenen Funktionen und Fachrichtungen unserer Schule. Folglich teilten wir uns auf die Bereiche auf und konnten unterschiedliche Erfahrungen und Eindrücke mitnehmen.

So besuchte die Kollegin mit der Fachrichtung Gestaltung eine Metallwerkstatt und die Baustellen der Sedu-Häuser, in denen Schülerinnen und Schüler an realen Baustellen der Schule ihr Gewerk lernen. Die Häuser sind Schuleigentum bis zum Verkauf. Anschließend besuchten wir gemeinsam die Schule für gewerbliche Berufe und bekamen Einblicke in zahlreiche Ausbildungsberufe wie Bäcker und Konditor, Elektriker, Textilverarbeitende.

Sehr prägnant war in allen Konzepten der reale Bezug. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Arbeits- und Lernergebnisse direkt in der Realität wiederfinden. (z.B. die Backwaren werden in der Cafeteria angeboten und verkauft)

Wir nahmen auch an einer Wirtschaftlehre Stunde mit Einzelhandelskaufleuten teil, in der wir die Ergebnisse einer Marketing Studie in einem Supermarkt präsentiert bekamen.

Der Besuch im landwirtschaftlichen Bereich zeigte wieder den Fokus auf die reale Relevanz der Lerninhalte. Der überall präsente Praxisbezug ist auch hier erkennbar. 

Auch der Besuch in einem Kindergarten in Seinäjoki zeigte deutliche Unterschiede zu vielen deutschen Konzepten und wir konnten anhand der Führung die unterschiedliche Herangehensweise zu verstehen. 

Der Rundgang in der Schule gab uns in sozialpädagogischer Hinsicht gleich 2 Inspirationen, die wir gerne im kommenden Schuljahr implementieren möchten.

Zum einen die Anwesenheit eines Sozial Arbeitenden, der/die den Schülerinnen und Schülern zu festen Zeiten in einem dafür vorgesehenen Raum zur Verfügung stehen. Er/sie ist dann Ansprechpartner, Streitschlichter, Zuhörer oder Vermittler zwischen Eltern, Behörden oder auch Lehrern für die Schülerschaft.

Die zweite Initiative haben wir bereits temporär vor den Abschlussprüfungen als Nachhilfe/Förderkurs in Mathematik und Englisch anbieten. Im Sedu bezieht sich das auf alle Fächer und findet in einem Raum statt, in dem sich Schülergruppen zusammensetzen können und online eigenständig arbeiten können. Jahrgangs- und klassenübergreifend kann dann gearbeitet werden. Wir möchten unsere derzeitige Aktiv Lern Zeit nicht nur für die 11. Klasse, sondern die zusammen mit dem 12. Jahrgang anbieten. So können die Schülerinnen und Schüler – evtl. unter Anregung der Lehrkräfte, gemeinsam lernen und sich gegenseitig helfen.

Auf der Bildungsmesse haben wir zahlreiche weitere Kontakte knüpfen können und die Kombination von Schule und Sportinternat kennengelernt. Mit einer Adresse haben wir bereits im Nachgang Kontakt aufgenommen.

Die Gespräche mit den Koordinatorinnen und der Schulleitung, aber auch der Lehrenden und Bereichsverantwortlichen war besonders aufschlussreich. Wir haben viele Parallelen erkennen können und haben festgestellt, dass wir ein recht ähnliches Verständnis von Bildung und Wissensvermittlung haben. Gerne würden wir eine Zusammenarbeit starten und haben eine Aufnahme des Kollegiums im Rahmen eines weiteren Erasmus Projekts angeboten.

Abschließend haben wir alle gemeinsam eine sehr inspirierende Zeit in Finnland erleben dürfen. Das gemeinsame Bildungsverständnis, die Offenheit und die Bereitschaft, uns die Stärken und Schwächen ihrer Bildungseinrichtung zu zeigen, hat den Besuch sehr bereichert. Wir freuen uns sehr auf einen Gegenbesuch und haben bis dahin vielleicht schon ein Kooperationsprojekt auf den Weg gebracht.